Rendezvous Talk mit Banzay, Tänzer und Choreograph aus Moskau
Seine Freunde nennen ihn Banzay. Doch sein wirklicher Name ist Andrey. Aufgewachsen in Wolgograd, fand er bereits im Kindesalter die Liebe und Leidenschaft für den Tanz. Tag für Tag stellt er sich den Herausforderungen einer Weltmetropole, mit über 11 Millionen Einwohnern. Der Herausforderung, auf der Suche nach dem Sinn. Der Bedeutung. Das zu tun was ihn wirklich erfüllt. Heute ist Banzay Tänzer und gefragter Choreograph. Er lässt sich von der Kunst inspirieren. Der Straße. Den Menschen. Der Musik. Den Emotionen. Und kombiniert gerne mal die Geometrie, Linien und die Natur in ihrer ursprünglichsten Form, während er tanzt. Ich habe mich mit Banzay für ein Interview getroffen - erfahrt mehr über den Mann mit dem seltsamen Namen.
Hallo Banzai, du bist ein begabter Tänzer und Fotograf, doch erzähl mir, wo bist du geboren? An was glaubst du und wie lautet deine Geschichte?
Hallo Lara. Mein richtiger Name ist Andrey. Ich wurde in der Stadt Volzhsky in der Region Wolgograd geboren. Meine Mutter ist Koreanerin und mein Vater Russe. Im Moment, da lebe ich in Moskau. Das kann sich aber von Zeit zu Zeit ändern. Als ich 10 Jahre alt war, nannten mich die älteren Jungs, mit denen ich auf dem Hof herumhing immer Banzai. Ich weiß nicht genau warum das so war, vielleicht weil ich der einzigste asiatische Typ war unter allen hellhäutigen Russen. Vielleicht auch, weil ich der Mutigste unter ihnen war. Der Name ist mir bis heute geblieben. An was ich glaube, ist ganz einfach zu beantworten - ich bin nicht sonderlich religiös - ich glaube an meine Stärken, glaube an die Menschen und ich glaube an das Gute. An die Gerechtigkeit.
Du bist ein angesagter Choreograph und arbeitest mit den Stars der Branche. Wie war dein Weg bis zum Moment heute?
Nun, das Tanzen ,das mache ich schon seit ich sehr klein bin. Aber meine Eltern haben mich zuerst zum Kampfsport geschickt - Taekwon Do. Dort, da erzielte ich hervorragende Ergebnisse. Ich bin sehr diszipliniert, wendig und ich mochte die Stärke, mit der man seinen eigenen Geist und Körper trainiert. Doch meine richtige Leidenschaft. Mein Herz, das gehörte dem Tanzen. Und so tanzte ich immer und überall, dort wo es möglich war. Wenn Musik spielte, dann gab es für mich kein Halten mehr. Und ich musste mich zum Takt der Musik bewegen. Und wenn die Musik nicht spielte, dann summte ich vor mich hin, damit es einen Rhythmus gab und ich mich dazu bewegen konnte. Einst habe ich sogar einmal mit meinem Trainer gestritten, ich habe mich daraufhin zum Breakdance hinreißen lassen - das war im Jahr 2000. Breakdance bedeutete Stärke, Willen und absolute Körperbeherrschung - ich sah etwas sehr Männliches darin - das unterschied sich zum Ballett und Pop Dance - nein Jungs in Leggings, das ist nicht so meins gewesen.
Am Ende jedoch, beugte ich mich auf Grund meiner Karriere den Loggins, und ich beendete die School of Arts and Culture, belegte einen Kurs im Ballett und Modern Dance. All dies, damit ich in Zukunft das tun kann, was ich so liebe.
Tanzen bedeutet Inspiration. Seine Gefühle in Form von Bewegung auszudrücken. Banzai, von was lässt du dich inspirieren?
Ich liebe es zu performen. Ich denke, um ein guter Choreograph zu werden, muss man den Weg der Performance gehen. Man lernt so sehr viel. Aber das Leben, das ist nicht einfach. Besonders nicht in so einer Weltmetropole. Man geht oft unter. Muss sich erst finden. Für mich habe ich mich gefunden, ich bin zwar noch nicht am Ende der Choreograph zu sein, der ich werden will. Aber mit jedem Tag arbeite ich mehr und mehr daran. Inspirieren lasse ich mich von Kunst in all ihren Facetten. Dies kann Mode sein, die Natur in ihrer Echtheit und Authentizität. Oder auch ein einfaches Buch.
Welche Eigenschaften an einem Tänzer gefallen dir?
Ich liebe den Mut in den Menschen. Entschlossenheit. Ich schätze Aufrichtigkeit und Hingabe zu seiner Arbeit.
Welchen Rat würden Sie einem angehenden Choreografen geben?
Mein Rat ist immer derselbe - sei mutig, es ist besser, es einfach zu tun, als es irgendwann zu bereuen, es nicht versucht zu haben.
Erzähl mir mehr über dein Projekt?
Mein Projekt heißt FARFOR YO. Dieses Projekt habe ich 2011 gegründet um über Street Dance hinauszugehen. Es ist eine Mischung aus moderner Ästhetik in der Sprache der Straßenkultur.